Die Herausforderung:
Das Metabolische Syndrom

Alles, was zuviel ist, wird der Natur zuwider. 

- Hippokrates von Kos (um 400 v. Chr.)

 

Krank durch Lebensstil

Unter dem Begriff "Metabolisches Syndrom" wird das gehäufte, gemeinsame Auftreten von abdominaler Adipositas, Diabetes mellitus, atherogener Dyslipidämie und arterieller Hypertonie verstanden. Die Prävalenz dieser Krankheit(en) nimmt in unserer Gesellschaft stetig zu ("Wohlstandsbäuche"). Man geht davon aus, dass mehr als 70% aller Erkrankungen in den westlichen Industrieländern ernährungs- und lebensstilinduziert sind. Aufgrund der steigenden Gesundheitskosten werden von der Politik vermehrt Massnahmen gefordert, welche die Gesundheitsvorsorge bzw. die Prävention fördern. Neben verschiedenen anderen Faktoren spielen als Gesundheitsdeterminanten das persönliche Gesundheitsverhalten, die Gesundheitskompetenz und die Bewältigungsstrategien eine zentrale Rolle.  

60% der Schweizerinnen und Schweizer geben zu ihren normalen Haushaltsausgaben durchschnittlich CHF 160.- pro Monat zusätzlich für Gesundheitsaktivitäten aus.

In der Bevölkerung leiden über 50% an Beschwerden im Bewegungsapparat, über 40% an Übergewicht oder Adipositas, ca. 30% an Müdigkeit und Immunschwäche, ca.  25% an Schlafstörungen, 15-25% an funktionellen Magen-Darm-Beschwerden und 5-15% an Gedächtnisstörungen. Unter erhöhtem Stress, an dem 1/3 der Bevölkerung leidet, mit zunehmender Tendenz, erhöht sich noch der Anteil dieser Beschwerden.

Die Empfehlungen für einen gesundheitsbewussten Lebensstil hören sich so einfach an und doch ist die Umsetzung im Alltag so schwer. Insbesondere Fehlernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht spielen dabei eine grosse Rolle. In einer umfangreichen Untersuchung wurde festgestellt, dass die Grundsätze einer gesunden Ernährung den Verbrauchern zwar bekannt ist, die praktische Durchführung jedoch bei einem Grossteil der Bevölkerung auf Schwierigkeiten stösst.

 

Nicht-übertragbare Krankheiten

Nicht-übertragbare Krankheiten (= 'non communicable diseases', 'NCDs') wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus sowie Krebs und Atemwegserkrankungen sind die häufigsten Todesursachen. Gemäss der WHO sind sie für insgesamt 86% aller Todesfälle und 77% der Krankheitslast in der europäischen Region der WHO verantwortlich. Diese Gesundheitsprobleme weisen gemeinsame Risikofaktoren und somit auch gemeinsame Präventionsmöglichkeiten auf. Fünf der sieben wichtigsten Risikofaktoren stehen mit Ernährung und Bewegung in Verbindung: Bluthochdruck, hoher Blut-Cholesterolgehalt, Übergewicht/Adipositas, geringer Früchte- und Gemüsekonsum und körperliche Inaktivität. 

Die Schweizerische Herzstiftung berichtet, dass in der Schweiz schätzungsweise jede vierte erwachsene Person einen erhöhten Blutdruck hat – das sind rund 1,5 Millionen Menschen. Bluthochdruck spürt man nicht, er verursacht keine Beschwerden und dennoch sind die Auswirkungen fatal: Hirnschlag, Herzinfarkt, Angina pectoris, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Durchblutungsstörungen in den Beinen oder Nierenschäden können die Folgen sein. 

Laut der Hochdruckliga haben in Deutschland etwa 20 bis 30 Millionen Bundesbürger Bluthochdruck. Weltweit ist bis 2025 ist mit einem Anstieg auf 29 Prozent zu rechnen: rund 1,5 Milliarden Menschen. Bereits 1930 empfahlen Strümpell-Seyfarth "vor allem die Ursachen zu beseitigen, Vermeiden aller Aufregungen, zeitweiliges Aussetzen der gewohnten Beschäftigung, Regelung der gesamten Lebensweise, Mässigkeit in Essen und Trinken, gegebenenfalls Entfettungskuren, kochsalz- und fleischfreie Kost, Regelungen der Darmtätigkeit, Vermeidung aller gefässchädigenden [sic!] Gifte (Nikotin, Alkohol, Blei). [...] Im allgemeinen sind alle eingreifenden, aber auch medikamentösen Massnahmen, die lediglich dem Zweck dienen, den hohen Blutdruck zu senken, zu vermeiden."

doc.coach teilt die Vision der Nationalen Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten:
"Weniger Menschen erkranken an vermeidbaren nichtübertragbaren Krankheiten oder sterben vorzeitig. Die Menschen werden [...] befähigt, einen gesunden Lebensstil in einem gesundheitsförderlichen Umfeld zu pflegen."


Literatur zum Thema

Die gesundheitspolitischen Prioritäten des Bundesrates - Gesundheit2020. Bern: Bundesamt für Gesundheit, 2013. Link

Great Expectations: Why Pharma Companies Can’t Ignore Patient Services. Accenture, 2014. Link

Gesundheit in der Schweiz. Nationaler Gesundheitsbericht 2008. Katharina Meyer. Basel/Zürich, 2009. Link

Schweizerische Gesundheitsbefragung 2012. Bundesamt für Statistik. Neuchâtel, 2014. Link

Funktionelle Darmbeschwerden bei Erwachsenen. Winfried Häuser, Peter Layer, Peter Henningsen, Wolfgang Kruis. In: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 109, Heft 5, 3. Februar 2012. Link

Stress bei Schweizer Erwerbstätigen - Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen, Personenmerkmalen, Befinden und Gesundheit. Prof. Dr. Simone Grebner et al., im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO. Bern, 2011. Link

Das metabolische Syndrom. Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus mit den Folgen Herzinfarkt und Schlaganfall. Gerhard Pott et al. Stuttgart, 2007.

Volition und Willenskraft. Waldemar Pelz. Ergebnisse einer empirischen Studie mit 10.045 Teilnehmern. Giessen, 2014. Link

Intention und Volition. Henning Almer. In: Gesundheitspsychologie. Ein Lehrbuch. Göttingen/Bern/Toronto/Seattle: Hogrefe, 1997. Link

FMH-Ärztestatistik 2014. Stefanie Hostettler, Esther Kraft. In: Schweizer Ärztezeitung. 2015;96(13). Link


Weiterführende Links

de.wikipedia.org/wiki/Metabolisches_Syndrom - Grundlagen zum Thema "Metabolisches Syndrom" auf Wikipedia

www.willenskraft.net - Einführung zur Volition von Prof. Dr. Waldemar Pelz, Internationales Management und Marketing

www.hochdruckliga.de - Deutsche Hochdruckliga / Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention